EKR: Abrechnung in BEMA und GOZ einfach erklärt
EKR ist eines dieser Kürzel, bei denen viele kurz stocken und dann trotzdem falsch abrechnen. Ich mache es einfach: Wenn du weißt, was wirklich entfernt wird, wer zahlt und wie die Leistung dokumentiert ist, wird die Abrechnung sauber. Genau darum geht es hier.
EKR: Was bedeutet das überhaupt?
EKR steht im BEMA für das Entfernen einer Krone, eines Brückenankers oder eines abgebrochenen Wurzelstiftes. In der Praxis geht es also nicht um eine fancy Zusatzleistung, sondern um eine ganz konkrete Maßnahme vor der eigentlichen Behandlung.
Der Punkt ist: Nicht jede Entfernung ist gleich. Und genau deshalb entstehen Fehler. Manchmal ist die Leistung Kassenleistung, manchmal privat nach GOZ, manchmal analog nur in Sonderfällen. Wer hier blind nach Gefühl abrechnet, verliert Geld oder riskiert Korrekturen.
EKR in der BEMA: Wann ist Nr. 23 korrekt?
Im GKV-Bereich läuft das über BEMA Nr. 23. Die Leistung ist berechnungsfähig, wenn eine Krone, ein Brückenanker oder ein abgebrochener Wurzelstift entfernt werden muss. Das ist der klassische Fall.
Wichtig ist die genaue Leistungsbeschreibung. Ich prüfe immer:
- Wird wirklich eine Krone oder ein Brückenanker entfernt?
- Geht es um einen abgebrochenen Wurzelstift?
- Ist die Entfernung medizinisch notwendig für die weitere Behandlung?
- Wurde die Leistung sauber dokumentiert?
Wenn du das nicht sauber trennst, wird’s schnell unklar. Und Unklarheit ist in der Abrechnung immer teuer.
EKR und GOZ 2290: Wann wird privat abgerechnet?
Im privaten Bereich läuft das meist über GOZ Nr. 2290. Die Leistung beschreibt das Entfernen einer Krone, eines Brückenankers oder das Abtrennen eines Brückenglieds. Das ist der zentrale Unterschied: Die GOZ ist der private Gegenpart zur BEMA-Position.
Die Beschreibung ist nicht nur ähnlich, sie ist in der Praxis oft der Schlüssel zur korrekten Einstufung. Besonders relevant wird das bei:
- privat versicherten Patienten
- Zusatzleistungen außerhalb der Kassenlogik
- gemischten Fällen mit Kasse und Privatanteil
Ich würde mir merken: EKR ist nicht automatisch Kasse. Der Versicherungsstatus und der konkrete Behandlungsfall entscheiden.
EKR: BEMA 23 oder GOZ 2290?
Das ist die Frage, die in der Praxis zählt. Die kurze Antwort: Es hängt davon ab, ob die Leistung im GKV- oder PKV-Kontext erbracht wird und welche Art von Versorgung vorliegt.
Einfach gesagt:
- BEMA 23 für gesetzlich versicherte Fälle im Rahmen der Kassenversorgung
- GOZ 2290 für privatärztliche Abrechnung
- bei Sonderfällen immer die genaue Leistungsbeschreibung prüfen
Ein häufiger Denkfehler: „Das ist doch dieselbe Leistung, also egal.“ Nein. Gleicher Eingriff heißt nicht gleiche Abrechnung. Das System dahinter ist anders.
EKR: Typische Fehler, die ich immer wieder sehe
Wenn Abrechnungen schiefgehen, liegt es selten an der Technik. Meist liegt es an schlechter Zuordnung. Diese Fehler sehe ich ständig:
- Falsche Zuordnung von BEMA und GOZ
- Zu wenig Dokumentation zum entfernten Teil
- Abrechnung ohne medizinische Notwendigkeit
- Unklare Trennung zwischen Entfernung und anschließender Extraktion
- Mehrfachabrechnung ohne saubere Begründung
Mein Ansatz ist simpel: Erst den Fall lesen, dann abrechnen. Nicht andersrum.
EKR: So prüfe ich einen Fall in 30 Sekunden
Wenn ich einen EKR-Fall vor mir habe, gehe ich immer dieselben Schritte durch:
- Versicherungsstatus prüfen: GKV oder PKV?
- Leistung genau identifizieren: Krone, Brückenanker, Wurzelstift, Brückenglied?
- Zusammenhang zur Folgeleistung prüfen: Ist die Entfernung Teil der Extraktion oder eigenständig?
- Dokumentation checken: Warum musste entfernt werden?
- Passende Gebührennummer wählen: BEMA 23 oder GOZ 2290
Das spart Zeit und verhindert Diskussionen mit Patienten, Praxisteam oder Kostenträgern.
EKR und Extraktion: Das musst du unterscheiden
Hier liegt ein echter Knackpunkt. Wenn erst eine Krone entfernt wird und danach der Zahn extrahiert wird, sind das nicht automatisch identische Leistungen. Die Entfernung kann eine eigene Position sein, wenn sie vor der Extraktion erforderlich war und nicht in der Extraktion aufgeht.
Das bedeutet für die Praxis:
- Leistung vor der Extraktion genau dokumentieren
- Art der Entfernung klar festhalten
- Keine Pauschalannahmen treffen
Wenn du hier sauber arbeitest, ist die Abrechnung später viel einfacher.
EKR: Was ich Praxen konkret empfehle
Ich würde nicht versuchen, EKR auswendig zu lernen. Ich würde einen kleinen Ablauf bauen, den das Team immer nutzt. Das ist effizienter und sicherer.
- Checkliste im Abrechnungsteam für Entfernen von Kronen, Brückenankern und Wurzelstiften
- Standard-Notiz in der Karteikarte: Was wurde entfernt, warum, in welchem Zusammenhang?
- GKV/PKV-Entscheidung direkt am Fall festmachen
- Abgrenzung zu anderen Leistungen regelmäßig intern schulen
Das klingt banal. Ist es auch. Genau deshalb funktioniert es.
EKR: Relevante offizielle Ressourcen
Wenn du die Positionen direkt prüfen willst, sind diese Quellen sinnvoll:
Ich nutze solche Übersichten als Einstieg, prüfe aber immer den konkreten Fall und die aktuelle Gebührenlogik.
EKR: Fazit für die Praxis
EKR ist kein kompliziertes Thema, wenn du sauber zwischen Kasse und Privat, zwischen Entfernung und Extraktion und zwischen Dokumentation und Gebührennummer trennst. Genau da liegt der Hebel. Wer das beherrscht, rechnet schneller, sicherer und mit weniger Rückfragen ab.
Wenn du nur einen Satz mitnimmst, dann diesen: EKR richtig abrechnen heißt, den konkreten Fall lesen und dann BEMA 23 oder GOZ 2290 konsequent zuzuordnen.