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RDA Wert: Was hinter dem Abrasionswert von Zahnpasta steckt und wie Sie die richtige Wahl treffen

Lukas Fuchs vor 3 Monaten Prophylaxe & Mundhygiene 3 Min. Lesezeit

Der RDA Wert ist eine wichtige Kenngröße, wenn es um die Abrasivität von Zahnpasten geht. Dieser Artikel erklärt verständlich, was der RDA Wert misst, welche Bereiche unbedenklich sind und wie Sie eine Zahnpasta passend zu Ihren Zähnen auswählen können.

Was ist der RDA Wert?

Der Begriff RDA steht für "Radioactive Dentine Abrasion" und bezeichnet ein standardisiertes Laborverfahren zur Messung des Abriebs von Dentin durch Zahnpasta. Einfach gesagt: Der RDA Wert gibt an, wie stark eine Zahnpasta mechanisch am Zahn schleift. Je höher der RDA Wert, desto abrasiver (abtragender) ist die Zahnpasta.

Wie wird der RDA Wert bestimmt?

Im klassischen Test wird Dentin mit einem radioaktiven Marker versehen und anschließend unter definierten Bedingungen mit einer Zahnpasta poliert. Die Menge des abgetragenen Materials wird gemessen und in einem normierten Zahlenwert (dem RDA) angegeben. Weitere Details zum Messverfahren finden Sie z. B. bei Wikipedia: Radioactive Dentine Abrasion (Wikipedia).

Welche RDA-Werte sind üblich — und was gilt als sicher?

  • < 30: sehr schonend. Geeignet für empfindliche Zähne oder freiliegende Zahnhälse.
  • 30–80: gängiger Bereich für die tägliche Reinigung bei gesunden Zähnen; oft als optimal für Erwachsene genannt.
  • 80–120: höher abrasiv; viele aufhellende/weißende Zahnpasten liegen hier.
  • > 120: sehr abrasiv; nicht für den täglichen Gebrauch empfohlen.

Unterschiedliche Quellen geben leicht abweichende Zahlenbereiche an. Hersteller- und Fachinformationen (z. B. von Zahnpflegeherstellern) nennen häufig den Bereich 30–80 als Empfehlung für die tägliche Anwendung. Ein detailliertes Beispiel finden Sie beim Hersteller KAREX: RDA-Wert - KAREX.

Für wen ist ein niedriger RDA Wert wichtig?

Ein niedriger RDA Wert ist insbesondere sinnvoll bei:

  • freiliegenden Zahnhälsen (Zahnfleischrückgang),
  • dünnem Zahnschmelz oder Abrasionen bereits vorhanden,
  • Zahnempfindlichkeit und empfindlichem Zahnfleisch,
  • Kinderzähnen (milder formulierte Pasten, speziell für Kinder entwickelt).

Wer gesunde Zahnsubstanz und keine Probleme hat, kann in vielen Fällen eine Zahnpasta mit mittlerem RDA-Wert nutzen. Dennoch: Häufigkeit, Putztechnik und die Härte der Zahnbürste beeinflussen den tatsächlichen Abrieb stark.

Warum ist die Putztechnik genauso wichtig wie der RDA Wert?

Auch eine Zahnpasta mit niedrigem RDA kann schädlich wirken, wenn mit zu viel Druck oder einer harten Bürste geputzt wird. Tipps zur Reduktion von Abrasion:

  • Weiche Zahnbürste verwenden (soft),
  • leichter Druck beim Putzen — etwa 1–2 Newton (ein Fingerdruckgefühl),
  • rundliche, sanfte Putzbewegungen statt kräftiges Schrubben,
  • nicht unmittelbar nach sauren Speisen/Getränken putzen (30–60 Minuten warten),
  • bei Bedarf fluoridhaltige und desensibilisierende Produkte nach Rücksprache mit dem Zahnarzt.

RDA und Whitening-Zahnpasten

Viele Whitening- oder "Aufhell"-Zahnpasten erzielen sichtbare Effekte durch erhöhte Abrasivität. Deshalb haben solche Produkte oft höhere RDA-Werte. Für kurzzeitige Helligkeit mögen sie funktionieren, langfristig und bei falscher Anwendung können sie aber Zahnschmelz und Dentin angreifen — besonders bei empfindlichen Zähnen.

Wie finde ich den RDA Wert einer Zahnpasta?

Der RDA Wert ist nicht immer auf der Verpackung angegeben. Quellen zum Nachschauen:

  • Hersteller-Websites und Produktdatenblätter,
  • Übersichten und Tabellen von Zahnärzten oder Kliniken (manche Zahnarztpraxen veröffentlichen RDA-Listen),
  • Fachartikel und Tests (z. B. zahnmedizinische Magazine).

Wenn Sie unsicher sind, fragen Sie Ihre Zahnarztpraxis — dort kann man Empfehlungen speziell für Ihre Zahnsituation geben.

Praxis-Tipps: Welche Zahnpasta wählen?

  • Bei empfindlichen Zähnen: Zahnpasta mit niedrigem RDA (< 30–50) und desensibilisierenden Wirkstoffen (z. B. Kaliumnitrat, Stannousfluorid) verwenden.
  • Bei gesunden Zähnen ohne freiliegende Zahnhälse: eine Zahnpasta im Bereich 30–80 ist meist angemessen.
  • Whitening-Pasten nur gelegentlich oder in Absprache mit dem Zahnarzt einsetzen.
  • Auf die Kombination achten: weiche Bürste + milde Zahnpasta reduziert Abrieb am stärksten.
  • Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen beim Zahnarzt helfen, Abrasion früh zu erkennen und zu behandeln.

Fazit

Der RDA Wert ist ein nützlicher Indikator für die Schleifwirkung einer Zahnpasta, aber nicht der alleinige Entscheidungsfaktor. Putztechnik, Bürstenhärte, Häufigkeit sowie individuelle Zahngesundheit sind mindestens ebenso wichtig. Bei Problemen wie empfindlichen Zähnen oder freiliegenden Zahnhälsen ist eine Zahnpasta mit niedrigem RDA und Beratung durch den Zahnarzt ratsam.

Weiterführende Quellen und Hintergrundinformationen:

Wenn Sie möchten, kann ich Ihnen eine Liste beliebter Zahnpasten mit bekannten RDA-Werten zusammenstellen oder beraten, welche Produkte für Ihre konkrete Situation passen — nennen Sie kurz Alter, Zahnempfindlichkeit und Putzgewohnheiten.

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