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Aufbissbehelfe: Schmerzfrei durch den Alltag – Ihr umfassender Ratgeber

Lukas Fuchs vor 6 Monaten Prophylaxe & Vorsorge 3 Min. Lesezeit

Knirschen Sie nachts mit den Zähnen? Leiden Sie unter Kiefergelenkschmerzen oder Verspannungen im Gesicht? Dann könnten Aufbissbehelfe die Lösung sein. In diesem Artikel erfahren Sie alles, was Sie über diese unscheinbaren Helfer wissen müssen, von der Funktionsweise bis zur Kostenübernahme.

Was sind Aufbissbehelfe?

Aufbissbehelfe, auch bekannt als Aufbissschienen oder Knirscherschienen, sind individuell angefertigte Schienen aus Kunststoff, die auf die Zähne aufgesetzt werden. Sie dienen dazu, den Biss zu verändern und die Kiefermuskulatur zu entspannen.

Wann werden Aufbissbehelfe eingesetzt?

Aufbissbehelfe kommen bei einer Vielzahl von Beschwerden zum Einsatz, darunter:

  • Zähneknirschen (Bruxismus): Durch das Knirschen und Pressen der Zähne, oft unbewusst im Schlaf, werden die Zähne und Kiefergelenke stark belastet.
  • Kiefergelenksbeschwerden (CMD): Craniomandibuläre Dysfunktion (CMD) umfasst eine Reihe von Symptomen, die auf eine Fehlfunktion der Kiefergelenke und der dazugehörigen Muskulatur zurückzuführen sind.
  • Verspannungen im Gesicht, Nacken und Schulterbereich: Diese können durch eine Fehlbelastung der Kiefermuskulatur ausgelöst werden.
  • Kopfschmerzen und Migräne: In einigen Fällen können Kieferprobleme zu Kopfschmerzen und Migräne führen.
  • Schutz der Zähne bei sportlichen Aktivitäten: Bei Sportarten mit hoher Verletzungsgefahr können Aufbissbehelfe die Zähne vor Beschädigungen schützen.

Wie funktionieren Aufbissbehelfe?

Aufbissbehelfe wirken auf verschiedene Weisen:

  • Entlastung der Kiefergelenke: Die Schiene sorgt für eine gleichmäßige Druckverteilung und entlastet die Kiefergelenke.
  • Entspannung der Muskulatur: Durch die veränderte Bisslage können sich die verspannten Muskeln im Kiefer-, Gesichts- und Nackenbereich entspannen.
  • Schutz der Zähne: Die Schiene verhindert den direkten Kontakt zwischen den Zähnen und schützt sie so vor Abrieb durch Knirschen und Pressen.

Welche Arten von Aufbissbehelfen gibt es?

Es gibt verschiedene Arten von Aufbissbehelfen, die sich in Material, Form und Funktion unterscheiden:

  • Harte Aufbissbehelfe: Diese bestehen aus stabilem Kunststoff und werden häufig bei starkem Zähneknirschen eingesetzt.
  • Weiche Aufbissbehelfe: Diese sind flexibler und angenehmer zu tragen, eignen sich aber weniger für starken Bruxismus.
  • Michigan-Schiene: Eine spezielle Form des harten Aufbissbehelfs, die im Oberkiefer getragen wird und eine definierte Okklusionsebene aufweist.
  • Miniplastschiene: Eine dünne, flexible Schiene, die hauptsächlich zum Schutz der Zähne eingesetzt wird.

Die Herstellung von Aufbissbehelfen

Die Herstellung eines Aufbissbehelfs erfolgt in mehreren Schritten:

  1. Untersuchung und Diagnose: Der Zahnarzt untersucht die Zähne, Kiefergelenke und Muskulatur, um die Ursache der Beschwerden zu ermitteln.
  2. Abformung: Es werden Abdrücke von Ober- und Unterkiefer genommen.
  3. Modellherstellung: Anhand der Abdrücke werden Gipsmodelle der Kiefer erstellt.
  4. Schienenherstellung: Der Aufbissbehelf wird im zahntechnischen Labor individuell angefertigt.
  5. Anpassung: Der Zahnarzt passt die Schiene im Mund an und überprüft den Sitz.
  6. Kontrolle: Regelmäßige Kontrolltermine sind wichtig, um den Erfolg der Therapie zu überwachen und gegebenenfalls Anpassungen vorzunehmen.

Was kostet ein Aufbissbehelf?

Die Kosten für einen Aufbissbehelf variieren je nach Art der Schiene, dem Material und dem zahnärztlichen Honorar. In der Regel übernehmen die Krankenkassen einen Teil der Kosten, insbesondere wenn eine medizinische Notwendigkeit besteht.

Worauf sollte man beim Tragen von Aufbissbehelfen achten?

  • Regelmäßige Reinigung: Die Schiene sollte täglich mit einer Zahnbürste und milder Seife gereinigt werden.
  • Aufbewahrung: Die Schiene sollte in einer speziellen Aufbewahrungsbox aufbewahrt werden, um Beschädigungen zu vermeiden.
  • Regelmäßige Kontrollen: Der Zahnarzt sollte den Sitz und die Funktion der Schiene regelmäßig überprüfen.
  • Mundhygiene: Achten Sie auf eine gute Mundhygiene, um Karies und Zahnfleischentzündungen vorzubeugen.

Alternativen zu Aufbissbehelfen

Neben Aufbissbehelfen gibt es weitere Behandlungsmöglichkeiten bei Kiefergelenksbeschwerden und Zähneknirschen:

  • Physiotherapie: Zur Entspannung der Muskulatur und Verbesserung der Kiefergelenksfunktion.
  • Osteopathie: Zur Behandlung von Blockaden im Bereich der Wirbelsäule und des Schädels.
  • Entspannungstechniken: Stress kann Zähneknirschen verstärken. Entspannungstechniken wie autogenes Training oder progressive Muskelentspannung können helfen, Stress abzubauen.
  • Medikamente: In einigen Fällen können Muskelrelaxantien oder Schmerzmittel eingesetzt werden.
  • Psychotherapie: Wenn psychische Faktoren eine Rolle spielen, kann eine Psychotherapie sinnvoll sein.

Fazit

Aufbissbehelfe sind eine effektive Möglichkeit, um Beschwerden im Zusammenhang mit Zähneknirschen und Kiefergelenksstörungen zu lindern. Eine individuelle Anpassung und regelmäßige Kontrollen sind wichtig für den Erfolg der Therapie. Sprechen Sie mit Ihrem Zahnarzt, um herauszufinden, ob ein Aufbissbehelf für Sie die richtige Lösung ist.

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